Taktiles Wissen | tactile knowledge – A Lecture Performance

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Lecture Performance am 20. Juni 2012 im Orangerie Theater in Köln

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Die Lecture leitet eine Open Source Session des PAErsche Aktionslabors ein.

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Fotos: Béatrice Didier

Tactile Knowledge – A lecture performance
While talking and listening to aspects of tactlile knowledge as an embodied and to everybody accessible knowledge a certain atmospheric level of experience will be opened by minimal performative actions. The underlying complex tactile experience is illuminated from interdisciplinary perspectives and translated into a perceptible interactive process. Along the way the listener is invited to realize the own amount in any form of knowledge generation and is encouraged to get involved perceptible into slumbering (pre)knowledge.

Taktiles Wissen – Eine Lecture Performance (Transcript-Verlag)
Der Beitrag ist ein Ausschnitt aus dem ersten Teil meiner Lecture Performance-Serie über »Sensorisches Wissen«. Darin stehen Taktilität  und Haptik im Zentrum der Betrachtungen.

Ausgehend von Beobachtung und Beschreibung performativen Geschehens werden im experimentell aufgebauten Text erste Überlegungen zu Sinnlichkeit in Verbindung zu digitalen Medien und zum zentralen Stellenwert des Tastsinns eingeführt. Nach Erörterung neurophysiologischer Grundlagen wird der Bogen vom Referenzfeld des alteuropäischen humoralen Körperverständnisses über die philosophische Befragung heutiger technologisch geprägter Sehgewohnheiten und „digitaler Taktilität“ schließlich bei Grundlagen des Lese- und Schreiberwerbs enden und dabei wesentliche Aspekte unserer Wahrnehmungsprozesse beleuchten.

Parallel zur gehörten Textebene wird durch minimale performative Setzungen eine atmosphärische Erfahrungsebene eröffnet, die die Zuhörenden beiläufig einlädt, sich des eigenen Anteils an jeglicher Form der Wissensgenerierung bewusst zu werden und sie ermuntert, sich auf eine Ebene spürbaren (Vor-)Wissens einzulassen. Der komplexe Tastsinn wird aus interdisziplinären Blickwinkeln beleuchtet und in einen wahrnehmbaren interaktiven Prozess übersetzt.

Literatur, u. a.:

  • Hans-Jörg Rheinberger, Experimentalsysteme und epistemische Dinge
  • Dieter Mersch, Ereignis und Aura
  • Madalina Diaconu, Tasten-Riechen-Schmecken: Eine Ästhethik der anästhesierten Sinne
  • Hartmut Böhme, Der Tastsinn im Gefüge der Sinne
  • Nicolas Pethes, Die Ferne der Berührung
  • Till A. Heilmann, Digitalität als Taktilität
  • Anne Mangen und Jean-Luc Velay, Digitizing Literacy: Reflections on the Haptics of Writing
  • Martin Grunwald, Haptik: Der handgreiflich-körperliche Zugang des Menschen zur Welt und zu sich selbst